Paulina Abufhele Meza

Paulina Abufhele Meza (pauli nafer)

Geboren in Santiago de Chile, studierte sie zuerst die deutsche Tanzmoderne an der von Patricio Bunster gegründeten Tanzschule Espiral und danach an der Universidad de las Américas, wo ihr von ihrer Lehrerin Carmen Beuchat Kompositionsansätze des amerikanischen Postmodern Dance vermittelt wurden. 2011 erhielt sie dort ihren Bachelor in Tanz und kombinierte diese Ausbildung mit zahlreichen Spezialisierungen in Choreographie, Dramaturgie und weiteren Tanztechniken wie der Leeder-Jooss-Methode, Release Technik und Contact-Improvisation.

Bereits in ihrer Jugend begann sie als freie Künstlerin bei zahlreichen Theaterstücken, Kunstaktionen, Bildungsprojekten, Videoproduktionen, Schriften und interkulturellen Initiativen zu arbeiten, wie Compañía Tentempié, Colectivo Horda Callejera, Compañía Circo Teatro Norte, Grupo de Performance NervenZellen, ART.62, En Degradé Colectivo, Colectivo UNO1, Proyecto Ekeka, Kollektiv Plakativ und anderen.

Ihre choreographische Arbeit entsteht sowohl aus persönlichen Reflexionen als auch aus Auftragsprojekten und in Zusammenarbeit mit Freund*innen. In ihren künstlerischen Prozessen begreift sie szenische Situationen und Unterrichtsinstanzen als affektive Räume, die Sensibilitäten, das Denken und die Arten des Beieinanderseins anregen und begleiten. In diesen Prozessen verwebt sie spielerische Materialien, interdisziplinäre Übungen und kritische Positionierungen miteinander. Als Dozentin unterrichtet sie seit 2007 Tanztechniken und Bühnenpraxis an Universitäten, Fachhochschulen, Kulturzentren und Tanzschulen.

Unter eigenen Projekten zählen die Tanzsoli, szenischen Interventionen und kollektiven Performances Biométrica (2018), La noche boca arriba (2015), Live Sampling Session #1 (2021) Solentiname, la tierra prometida (2016), Ich bin die Luft (2015) und Ingo Tanz (2015) sowie, im Medialen,  die Nanotrilogie zwischendurchserie (2017), das Mikrosolo Medida 36 – Trabajo para todxs (2020), der Kurzfilm Ein Lebensbescheid (2021), welcher im Rahmen des Zeitzeug Festivals 2021 im Kulturzentrum Botopia uraufgeführt wurde.

Sie ist Mitbegründerin der Internationale Bibliothek Ruhr und des Grupo de Investigaciones Perfopolíticas – eine Abendschule. Sie ist auch Mitglied der Red de Investigadores de Danza Descentradxs. In lateinamerikanischen Medien hat sie an Vorträgen, szenischen Texten und Tanzkritiken beigetragen, wie Politicidad de la danza. Críticas y aportes desde Chile (Actas V Jornadas IAE-UBA, Argentina, 2021), Toda danza vale. Contra lo instituyente de la danza en la jerarquía de los danzares sensibles (Co-Autor Santiago Diaz, Revista Arte da Cena UFG, Brasil, 2020), Descentrando la escena, apuntes desde las artes escénicas (Actas IV Jornadas IAE UBA, Argentina, 2020), Perspectivas de la crítica de danza en Chile (Revista A.DNZ, Depto. de Danza UCHILE, 2018).

Derzeit studiert sie den Masterstudiengang Szenische Forschung an der RUB und inszeniert zahlreiche Bühnenkooperationen und mediale Kunstprojekte im Ruhrgebiet, Santiago de Chile und Mar del Plata in Argentinien.

 

AKTUELLE PROJEKTE

Für 2023 bereitet sie neue Bühnenkooperationen und mediale Projekte vor, wie zum Beispiel Formen des Umherschweifens, eine Reihe von Lecture-Performances zusammen mit dem Schriftsteller und Autor Omar Mohamad.

Ebenfalls arbeitet sie bei der zerstörbaren Performance-Installation Construcción-destrucción de una obra mit dem Künstler Senaquerib Astudillo und gemeinsam mit der Choreographin und Tänzerin Doralisa Reinoso de Tafel bei Wie man den Stier bei seinen Hörnern packt (und die Schicksalsschläge) –Eine Performance, die sich mit Praktiken des Cybermobbings, der Belästigung und des Stalkings auseinandersetzt, denen Frauen in der deutschen Gesellschaft ausgesetzt sind–.

Im Medialen arbeitet sie mit Duncan Scott gleichzeitig am Kunstvideo Stützen im Rahmen der vom Künstler Dietmar Jäkel initiierten Gruppenausstellung ephemere Gesten, sowie auch bei der Gestaltung der virtuellen Tanz Installation Velar Nuestras Danzas und dem Kurzfilm No es un mar de papeles für das Projekt Bésame Mucho. Grafías de la Migración der Performancekünstlerin Carla Redlich.

 

INTERNETAUFTRITTE:

www.nafer.de  

@nafer.pauli

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